March 21st, 2012 by karine
Nach vielen Jahren hier ist ein Umzug faellig. Meine geneigten Leser, bekannte und unbekannte, Freunde und alle die hierherkamen (die Spamer koennen bleiben wo der Pfeffer waechst) moegen mich ebenso zahlreich hier besuchen:
karine-kitchen.blogspot.com
Es war nett hier, viele Kontakte sind geknuepft worden, auch nach laengeren schreibfaulen Zeiten haben diese mich immer wieder ermutigt weiter zu machen. Ich hoffe das wird auch im neuen Heim so weitergehen.
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February 17th, 2012 by karine
Hier kommt der vorlaeufig letzte und ich finde aufregendste Bericht unserer Entdeckerfreunde Evelyne und Bobby. Wir hoffen sehr sie wenigstens fuer ein paar Tage hier in Dali zu sehen. Es hat mich wirklich sehr gefreut ihre Berichte hier zu posten. Auf gehts ins Land der wilden Wa:

Cangyuan. Grenzstadt. Burma beginnt ein paar Kilometer von hier. Wir sind im Hoheitsgebiet des wilden Wa-Volks. Die waren Kopfjäger, angeblich bis 1970. Drüben in Myanmar hat sich die Wa-State-Army noch bis vor kurzem mit den Regierungstruppen bekriegt. Seit einiger Zeit ist Cangyuan durch eine neue Strasse erschlossen. Auch hier Neubauten überall. Doch unmittelbar hinter den Baustellen beginnt das Dorf. Die Landschaft ist rau. Karstgebirge rundum. Auch die Herzlichkeit der Einheimischen hat eine raue Schale.
Wir wollen die berühmten Felszeichnungen besichtigen. In der Umgebung gibt es einige Fundstätten. Die liegen allerdings abseits der üblichen Busrouten. Also beschliessen wir in den naechsten groesseren Ort zu fahren und uns von dort aus durchzufragen. Bei der Markthalle finden wir ein Brotauto-Taxi nach Menglai. Ausser uns fährt noch ein junges Mädchen mit. Die Fahrerin ist eine elegant gekleidete, recht gesprächige Dame. Wir tratschen über dies und das. Sie liebt Rock’n’Roll und wir äussern unseren Wunsch, die alten Felszeichnungen zu besichtigen. Kein Problem, sagt sie, das können wir bei unserer Mitfahrerin zu Hause in ihrem Heimatdorf tun. Wir lassen uns nicht lange bitten und fahren gleich mit nach Ya Hua Cai.
Zunächst ins Haus unserer Begleiterin, kurz Tee trinken und den Bruder kennenlernen. Das Dorf liegt in einem malerischen Tal, umringt von Karstgipfeln. Es scheint menschenleer bis auf einige herumhängende Jugendliche. Zwei von denen bringen uns später auf ihren Motorrädern ein Stück den Berg hoch. Hier beginnt der Anstieg zur Fundstätte. Siebenhundert steile Meter durch dichten Bambus- und Nadelwald. Unter Rinderschädeln, die alle paar Meter an den Bäumen hängen. Auf halbem Weg hören wir Gesang und Trommeln. Oh weh, Touristen-Hot-Spot, denken wir. Doch weit gefehlt. Dort oben befindet sich wohl seit Jahrhunderten der Ritualplatz der Dorfgemeinschaft, mit dem Heiligtum in Form eines schlichten Holzpfahls und den mehr als 3000 Jahre alten Zeichnungen an einer steilen Felswand.

Die Dorfbewohner sind auch fast alle da. Weil heute ist grosses Jahresfest. Nach heftig, liebenswürdigem Empfang sind wir mittendrin im Trubel. Von allen Seiten tönt Musik, auf Mundorgeln, Maultrommeln, oder einfach gesungen. Etwas erhöht sitzen die alten Schamanen, mit Ritualen beschäftigt. Daneben steht auf offenem Feuer ein riesiger Kochtopf – es ist gleich Mittag. Vorher wollen uns alle noch persönlich begrüssen und womöglich aufs Foto zusammen mit den grossen weissen Gästen. Zum Essen müssen wir natürlich bleiben. Feuerholz, Sitzmöbel, Tische aus Korbgeflecht und Kochtöpfe, alles haben sie zum Fest den steilen Berg hochgeschleppt. Es gibt Suppe, gegartes Gemüse und natürlich Schwein. Gekochte Schwarte, überm Feuer knusprig angebraten.
Dann lädt man uns ein, auf einen Ausflug mitzukommen. Wir fügen uns, bereits willenlos. Im Gänsemarsch geht’s den Berg runter. Die Zeichnungen müssen auch noch fotografiert werden, das hätten wir fast vergessen. Unten verteilt sich die Gesellschaft auf vier Lastwagen und wir fahren weiter hoch auf einen der Gipfel zum „Himmelsloch“ (Tian Keng). Unvermutet tut sich hier ein riesiger Krater auf, an die hundert Meter tief und etwa so weit im Durchmesser, unten und an den Felswaenden unberührt begrünt.

Nach kurzer Besichtigung fährt der Konvoi zurück ins Dorf. Dort werden wir zunächst vom Bürgermeister zum Tee geladen. Der tritt in voller Montur mit Armbrust und Hackmesser zum Gruppenbild an. Vorsichtig wagen wir, unseren bevorstehenden Aufbruch anzusprechen. Keine Chance. Erst kommt noch Gemeinschaftstanz am Hauptplatz. Also drehen wir gerne noch ein paar Runden im grossen Kreis. Zwei ältere Herren spielen Mundorgel, die Frauen singen, und wir versuchen die einfachen Tanzschritte nachzumachen.
Dann ist es soweit. Bei gutem Wind, bevor noch jemand ans Abendessen denkt, verabschieden wir uns. Wie so oft, müssen wir mehrmals versichern, bald wieder zu kommen. Ehrlicher als hier könnten wir das gar nicht beteuern.
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February 8th, 2012 by karine
Fuer Shaxi sollte man eigentlich keine Reklame machen, eine der noch nicht ueberlaufenen, urspruenglichen Staedtchen in Yunnan mit einer wunderbaren Umgebung. Deshalb nur ein paar Bilder ohne viel Kommentar.





Wie gut dass wir in knapp 3 Stunden dort sein koennen.
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February 8th, 2012 by karine
Dieses Mal haben wir uns eine ganze Woche in Shaxi geleistet. Genug Zeit die Ruhe zu geniessen, die Umgebung zu erkunden und den Alltag zu erleben.

Gleich in der Nachbarschaft findet eine Hochzeit statt. In der Mitte sieht man die Mitgift aufgetuermt.

Hier wohnt der Buergermeister.

Er kommt jeden Tag und repariert mit seinem Drillbohrer die Dampfkoerbe.

Ganz schoen praktisch der Transport auf dem Ruecken

Nein, das ist kein Museumsstueck, innen glueht die Holzkohle. Der Schneidermeister erzaehlt mir dass es viel besser buegelt als das moderne Dampfbuegeleisen daneben, seine Frau darf das benutzen.

Diese 3 haben mich rauchend durch die ganze Woche begleitet.
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February 8th, 2012 by karine
Jeden Freitag ist Markttag in Shaxi. Auch heute noch das wichtigste Ereignis der Woche fuer die Einwohner von Shaxi, der Umgebung und den entlegenen Doerfern. Da werden Tiere gehandelt, alles Notwendige fuer die Woche verkauft und eingekauft, der Doktor, Friseur, Schneider, das Amt, alles wird erledigt. Das Vergnuegen kommt nicht zu kurz, Freunde und Verwandte getroffen, gegessen und getrunken.

Wir laufen einfach mal den Leuten nach.

Moebelabteilung ist die erste Station.

Die Schoene gehoert zu den Yi Minderheiten, sie hat einen langen Fussmarsch hinter sich. Der Sinn steht ihr nach neuen Kleidern, sie ist uebrigens unverheiratet, waere sie es haette sie einen grossen, schwarzen Hut auf.

wundermedizin

Oh, nur Maenner an diesem Stand, ein Wundermittel zur Staerkung der Manneskraft wird angeboten.

Der Palmzucker kommt aus dem Sueden der Provinz Yunnan

Frischer Tofu

Zu dem Bild ist mir dieses tolle Rezept eingefallen.
Der Rundgang ist noch nicht zu Ende, es gab noch viel zu sehen, Zaumzeug, Kleidung, Keramik, Werkzeug, Tiere, lebendig oder geschlachtet, es gibt einfach alles. Als letztes Bild, weil es so gut zum erwachenden Fruehjahr passt und eines meiner Lieblingsbilder vom letzten Freitag ist dieses:
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